Chamäleons gehören sicher zu den Tieren mit den ungewöhnlichsten Spezialisierungen, die wir aus dem Tierreich kennen. Dabei sind jedoch viele Chamäleons eher klein und kryptisch gefärbt. Nicht so das Pantherchamäleon, das den wissenschaftlichen Namen Furcifer pardalis trägt. Es erreicht nicht nur eine stattliche Größe, sondern gehört zu denfarbenprächtigsten Chamäleonarten weltweit. Kein Wunder also, dass es zu den begehrtesten Chamäleons für das heimische Terrarium zählt. Glücklicherweise werden Pantherchamäleons heute in größerer Zahl nachgezüchtet, sodass man ohne schlechtes Gewissen auf eingewöhnte Nachzuchten zurückgreifen kann. Werden einige Dinge beachtet, ist Furcifer pardalis ein durchaus dankbarer Pflegling. Im Folgenden haben wir versucht alles für Sie zusammen zu tragen, was Sie für die artgerechte Haltung ihres Pantherchamäleons wissen müssen, damit Sie lange Freude am Ihrem neuen Mitbewohner haben.

Aussehen und äußerliche Merkmale
Wie bereits angedeutet, sind Pantherchamäleons stattliche Tiere und gehören zu den mittelgroßen bis großen Chamäleon-Arten. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von etwa 40 bis 55 Zentimetern. Die Weibchen bleiben deutlich kleiner und werden meist nur 25 bis 35 Zentimeter lang. Auf den Schwanz entfallen geringfügig mehr als die Hälfte der GL.
Neben dem Größenunterschied zeigt sich auch ein ausgeprägter Sexualdimorphismus in der Färbung. Die Weibchen, bei denen Brauntöne überwiegen, sind deutlich unscheinbarer als die Männchen gefärbt.

Farbvariabilität
Besonders auffällig ist die enorme Farbvielfalt der Männchen. Diese reicht von leuchtendem Rot über Blau, Grün, Türkis bis hin zu Gelb und Orange. Oft treten mehrere Farben gleichzeitig in Form von Streifen, Flecken oder Bändern auf. Die genaue Farbgebung hängt stark von der Herkunftsregion innerhalb Madagaskars ab. So gibt es viele unterschiedliche Lokalformen, die oft typische Farbkombinationen zeigen und die in der Terraristik z. T. gezielt gezüchtet werden. Hier alle Lokalformen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Es sei auf die Internetseite www.madcham.de verwiesen.



Neben den natürlichen Lokalformen von unterschiedlichen Fundorten, gibt es aber auch sogenannte Farbmorphen. Diese werden nach bestimmten Merkmalen gezielt gezüchtet. Beispielsweise versucht man Tiere mit besonders hohem Rotanteil in der Färbung zu vermehren. Farbmorphen sind also durch gezielte Selektion künstlich erschaffene Farbvariationen, die es in dieser Weise in der Natur nicht gibt.

Weibchen sind meist deutlich schlichter gefärbt. Sie zeigen überwiegend Braun-, Beige- oder Orangetöne, können jedoch während der Trächtigkeit oder bei Stress ebenfalls intensive Kontrastfarben entwickeln, insbesondere dunkle Muster kombiniert mit orangefarbenen oder blauen Akzenten.
Körperbau
Der Körperbau des Pantherchamäleons ist typisch für baumbewohnende Chamäleons:
Der Körper ist seitlich abgeflacht und erleichtert das Leben in dichtem Geäst. Bei Gefahr dreht sich das Chamäleon hinter den Ast und verschwindet so für den Beobachter. Die Beine sind kräftig und mit sogenannten Zangenfüßen ausgestattet. Dabei sind die Zehen zu Greifzangen zusammengewachsen (Syndaktylie), wodurch ein sicherer Halt an Ästen gewährleistet wird. Interessanter Weise sind an den Vorderfüßen jeweils die zwei nach außen gerichteten Zehen und die drei nach innen gerichtet Zehen zusammengewachsen. An den Hinterfüßen ist es genau anders herum.
Der Schwanz ist ein voll funktionsfähiger Greifschwanz, der beim Klettern als zusätzliche Stütze dient. Zur Not kann sich das Chamäleon nur am Schwanz hängend zum nächsten Ast hangeln.

Die Augen stehen beweglich in kegelförmigen Lidern. Dadurch kann das Chamäleon seine Augen unabhängig voneinander in zwei verschieden Richtungen schauen. Dadurch haben die Tiere einen fast 360° Rundumblick. Die Sehschärfe und Akkommodation sind deutlich besser als beim Menschen und erlauben Chamäleons ein sehr gutes räumliches Sehen. Die Tiere bewegen ihre Augen nahezu permanent und in scheinbar wahllosen Bewegungen. Dabei nutzen Sie ihr Sehvermögen um ihre vollständige Umgebung auf Gefahr und Nahrung zu sichten.

Ein besonders beeindruckendes Merkmal ist die extrem lange, schnell vorschnellende Zunge. Diese kann bis zur doppelten Körperlänge erreichen und wird beim Beutefang mit hoher Geschwindigkeit ausgestoßen. An der Spitze befindet sich eine klebrige Verdickung, mit der Insekten sicher erfasst werden. Im Zusammenspiel mit dem räumlichen Sehvermögen ergibt sich so eine äußerst effektive Jagdstrategie.

Chamäleons sind zu physiologischem Farbwechsel befähigt. D.h. die Tiere können ihre Farbe innerhalb von Sekundenbruchteilen gezielt verändern. Der Farbwechsel dient allerdings nicht primär der Tarnung, sondern vor allem der Kommunikation und Thermoregulation. Die Tiere ändern ihre Farbe abhängig von:
- Stimmung (Stress, Aggression, Paarungsbereitschaft)
- Temperatur
- Lichtverhältnissen
Dunklere Farben helfen beispielsweise bei der Aufnahme von Wärme, während helle Farben der Reflexion dienen. Trächtige Weibchen signalisieren durch Ihre Färbung den Männchen, dass sie nicht empfängnisbereit sind.


Verbreitung und Lebensraum
Furcifer pardalis ist auf Madagaskar und einigen vorgelagerten Inseln beheimatet und besiedelt dort vor allem die Küstenregionen im Norden.
Die Tiere leben überwiegend in buschigen, sonnigen Habitaten, darunter lichte Wälder, verbuschte Landschaften, Plantagen und Kulturlandschaften, wie Felder und Gärten. Sie halten sich hauptsächlich in Büschen und niedrigen Bäumen auf und sind strikt baumbewohnend.

Aktivität und Verhalten
Das Pantherchamäleon ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit Sonnenbaden, Nahrungssuche und Revierverhalten. Dabei handelt es sich um Einzelgänger, die Artgenossen gegenüber ausgesprochen aggressiv reagieren. Insbesondre die Männchen sind territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Rivalen unerbittlich. Treffen zwei Männchen aufeinander reagieren die Kontrahenten zunächst mit Drohgebärden. Dazu wird der Körper aufgebläht um möglichst groß zu erscheinen. Mir weit geöffnetem Maul wird laut gefaucht und durch Vorstoßen das Gegenüber eingeschüchtert. Lässt sich der Gegner gar nicht vertreiben, dann kann es auch zum aktiven Kampf kommen bei dem die Tiere sich verbeißen und versuchen sich gegenseitig vom Ast zu werfen. Können die Tiere sich nicht aus dem Weg gehen, wie es beispielsweise im Terrarium der Fall ist, dann führt das in der Regel zum baldigen Tot eines der Tiere.
Weibchen sind nicht ganz so aggressiv gegenüber Artgenossinnen, doch auch bei ihnen ist Einzelhaltung angesagt. Nur zur eigentlichen Paarung können beide Geschlechter zusammengesetzt werden. Weibchen zeigen vor allem während der Fortpflanzungszeit spezifische Verhaltensweisen bzw. eine typische Färbung, die eine Paarungsbereitschaft signalisiert. War die Paarung erfolgreich ändert sich die Farbe der Weibchen und zeigt so den Männchen, dass weitere Annäherungsversuche unerwünscht sind.

Ernährung
In der Natur ernährt sich Furcifer pardalis hauptsächlich von allerlei Insekten wie Heuschrecken, Grillen und Käfern. Gelegentlich werden auch kleine Wirbeltiere (z.B. Nestjunge Vögel) erbeutet. Eine preiswerte und praktische Alternative können getrocknete Futterinsekten darstellen – diese können mittels einer Zange und leichter Bewegung auf die selbe Art und Weise angeboten werden.
Die Jagd erfolgt visuell: Das Chamäleon fixiert seine Beute mit beiden Augen, schleicht sich ganz langsam mit typisch wippendem Gang an die Beute heran und schießt dann, wenn es nah genug herangekommen ist, blitzschnell die Zunge heraus. Die Jagdstrategie ist äußerst effektiv und ein Chamäleon verfehlt seine Beute nur selten.
Unter natürlichen Bedingungen wurden Chamäleons in Madagaskar beobachtet, wie sie vom Ast hängend mit der Zunge Erde vom Boden aufnehmen. Das Verhalten wurden als Aufnahme von Mineralien interpretiert. In der Haltung kann dieses Verhalten durch das Bestreuen des Futter mittels passenden Mineralpulvern entsprechend simuliert und ausgeglichen werden.

Fortpflanzung
Die Fortpflanzung erfolgt beim Pantherchamäleon durch Eiablage. Etwa 3 bis 6 Wochen nach der Paarung legt das Weibchen etwa 12 bis 46 Eier in ein selbst gegrabenes Loch im Boden. Die Inkubationszeit kann beträchtlich schwanken. So werden Zeitigungsdauern von 159 bis 390 Tagen angegeben. Die Bruttemperatur soll dabei 25 – 28 °C betragen haben. Die gleichen Autoren berichten von einem anderen Fall, mit einer Inkubationszeit von zw. 180 – 365 Tagen bei 20 – 25 °C. Nach heutigen Erfahrungen scheint Furcifer pardalis keine allzu hohen Bruttemperaturen zu benötigen. Ideal sind 24 – 26 °C. Bei Bruttemperaturen über 28 °C steigt die Rate deformierter Schlüpflinge bereits deutlich an. Alles was Sie für die erfolgreiche Inkubation Ihrer Chamäleon-Eier benötigen finden Sie hier bei Reptilienkosmos.

Ein Weibchen kann mehrere Gelege im Jahr produzieren. Die Produktion der Eier und die Ablage sind jedoch für die Weibchen sehr kräftezehrend, man sollte die Zahl der Verpaarungen pro Jahr nicht übertreiben.
Bei guter Fütterung können die Jungtiere bereits nach 6-9 Monaten die Geschlechtsreife erreichen. Entscheidend für die Frage wann die Tiere verpaart werden sollten hängt aber nicht so sehr vom Alter der Tiere ab, sondern von Größe und Ernährungszustand. Nur wirklich ausgewachsene und gut genährte Weibchen sollten für die Zucht vorgesehen werden. In der Regel wird ein Pantherchamäleon erst nach 12 – 14 Monaten komplett ausgewachsen sein.

Haltung im Terrarium
Terrariumgröße und Einrichtung
Ein ausreichend großes Terrarium ist essenziell. Für ein adultes Männchen sollte die Mindestgröße etwa 120 x 60 x 120 cm (L x B x H) betragen, wobei Höhe besonders entscheidend ist. Zwar gehört das Pantherchamäleon eher zu den unempfindlicheren Chamäleon-Arten, was das Frischluftbedürfnis anbelangt, aber trotzdem sei ein typisches Chamäleon-Terrarium empfohlen. Ein solches Terrarium zeichnet sich durch eine Gazebelüftung im Deckel aus und zusätzlich ist eine Seite des Beckes mit einer großflächigen Gazefläche ausgestattet. So wird eine großzügige Belüftung gewährleistet. Die großen Lüftungsflächen sorgen zwar dafür, dass man etwas mehr heizen muss, um das Terrarium auf Temperatur zu bringen, aber man sollte hier nicht an der Belüftung sparen.
Terrarien in dieser Größe sind schwierig zu finden, besonders, wenn sie aus Gaze gefertigt sein sollen. Unser Tipp: verbinden Sie mit ein wenig handwerklichem Geschick zwei Lucky Reptile Open Air Vivarium PRO zu einem großen Gaze Becken mit zwei Türen und stabilem Rahmen.

Als Einrichtung dienen zahlreiche Kletteräste in verschiedenen Dicken. Achten Sie darauf, dass auch Äste unter den Strahler angebracht werden. Sie müssen die richtigen Abstände haben, damit die dort erreichten Temperaturen und UV-Werte nicht zu hoch und nicht zu niedrig sind. Für alle Strahler von Lucky Reptile finden Sie entsprechende Angaben zu den optimalen Abständen auf der Verpackung.
Lebende Pflanzen sorgen für zusätzliche Strukturierung im Becken und fördern das Wohlbefinden. Durch die Pflanzen entstehen noch mehr Strukturen im Becken die die Chamäleons gerne als Rückzugsbereiche aufsuchen. Daneben beeinflussen lebende Pflanzen das Mikroklima im Becken insofern positiv, als dass sie für eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit sorgen und Sauerstoff produzieren. Geeignete Pflanzen gibt es unzählige, dazu gehören beispielsweise Ficus, Schefflera, Philidendron oder Hibiskus.
Der Reptilienkosmos bietet eine große Auswahl an lebenden Pflanzen – entdecken Sie unser Sortiment!

Korkrückwände aus Naturkorkplatten sind nicht nur optisch ansprechend, sondern erweitern die Kletterflächen für die Tiere zusätzlich. Entsprechende Rückwände sind daher auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung.

Klima und Beleuchtung
Pantherchamäleons benötigen ein gut abgestimmtes Klima mit verschiedenen Temperaturzonen. So kann sich das Chamäleon als wechselwarmes Tier immer die Zone mit seiner Vorzugstemperatur aussuchen. Die durchschnittliche Tagestemperatur im Becken sollte zwischen 24–30 °C liegen. Unter dem Strahler für den Sonnenplatz dürfen 35 °C erreicht werden, ggf. sogar etwas mehr. In der Nacht sollte die Temperatur auf 18- 22 °C absinken.
Eine hochwertige Beleuchtung ist entscheidend für das Wohlbefinden von Tieren und Pflanzen. Eine ideale Beleuchtung setzt sich aus drei Säulen zusammen:
- Tageslichtlampen für eine natürliche Ausleuchtung. Hier wird auf eine moderne energiesparende LED-Beleuchtung gesetzt, die das Becken weitflächig ausleuchtet und auch die Pflanzen mit ausreichend Licht versorgt.
- UV-B-Lampen zur Vitamin-D3-Synthese. Hier empfehlen wir eine Bright Sun Jungle. Diese Halogenmetalldampflampe schafft einen eng begrenzenden, hellen Sonnenplatz mit entsprechender Wärme und ausreichend UVB-Strahlung. Achten Sie auf den empfohlenen Abstand für die Lampe, damit ihr Tier die optimale UV-Versorgung bekommt.
- Wärmestrahler und Spotstrahler für zusätzliche Sonnenplätze. Diese Lampen sind kostengünstig und benötigen in der Regel kein extra Vorschaltgerät.
Wird das Terrarium nur durch die Lichtstrahler beheizt kann es sein, dass nur die oberen Bereiche ausreichend warm werden, die bodennahen Schichten aber zu kühl bleiben. In dem Fall kann es Sinn machen mit einer leichten Bodenheizung das gesamte Temperaturegime etwas nach oben zu verschieben und gleichzeitig die unteren Regionen ausreichend zu erwärmen.
Wasser und Luftfeuchtigkeit
Chamäleons trinken in der Regel kein stehendes Wasser. Stattdessen lecken sie Wassertröpfchen von Blättern. Daher ist regelmäßiges Besprühen des Terrariums notwendig, idealerweise mehrmals täglich.
Mit einer automatischen Beregnungsanlage wie der Lucky Reptile SuperRain II oder ein Tropfsystem, wie der Lucky Reptile Dripper kann man sich die Haltung deutlich erleichtern. Eine Beregnungsanlage kann über eine Zeitschaltuhr kinderleicht und individuell gesteuert werden. Dripper gibt es in verschiedenen Ausführungen. Das Funktionsprinzip ist aber immer das gleiche: aus einem Wasserbehälter wird ein Schlauch geführt, an dessen Ende sich eine Einstellschraube befindet, die es erlaubt, den Durchfluss so zu justieren, dass nur alle paar Sekunden ein Wassertropfen abtropft. So hat man über längere Zeit eine Versorgung mit Trinkwasser für seine Tiere.
Durch regelmäßiges Sprühen, feuchtem Bodengrund und natürliche Pflanzen sollte am Tage eine Luftfeuchtigkeit von 60 – 70 % erreicht werden. Durch eine leichte Abkühlung in der Nacht sollte diese dann auf 80 – 90 % ansteigen.

Ernährung im Terrarium
Für die Fütterung stellt der Reptilienkosmos eine ganze Reihe lebender Futterinsekten zur Verfügung. Pantherchamäleons sind nicht wählerisch und fressen eigentlich alles an Insekten, was der Markt hergibt: Grillen, Heimchen, Heuschrecken und Schaben etc.
Auch eine Fütterung von verarbeitetem Fztter, wie den Herp Diner Grasshoppers, ist mittels eine Pinzette kein Problem.
Die Futtertiere sollten vor der Verfütterung gut ernährt werden („gut loading“), um den Nährwert zu erhöhen. Dehydrierte und halb verhungerte Futterinsekten bestehen letztlich nur aus einer schwer verdaulichen Chitinhüllen, die kaum Nährwert bieten.

Auch wenn man abwechslungsreich füttert, wird man nie die Bandbreite an Futtertieren erreichen, die Chamäleons in der Natur erbeuten. Um eventuelle Versorgungslücken zu schließen sollte man beachten, dass man bei jeder Fütterung die Futterinsekten mit einem Vitaminpräparat bestäuben.
Auch sollte den Tieren genügend Calcium zugeführt werden. Das gilt insbesondere für Weibchen die bei der Produktion ihrer Gelege sehr viel Calcium benötigen. Werden die Weibchen nicht ausreichend mit Calcium versorgt, wird das Calcium den Knochen entzogen und in die Produktion der Eier gesteckt. Resultat ist eine Knochenerweichung, die zu Missbildungen fürhen kann. Für die Calium Supplementierung stehen z.B. Pulver aus natürlichen Sepiaschulpen zur Verfügung oder aber synthetische Caliumprodukte.
Gesundheit und Pflege
Die meisten gesundheitlichen Probleme bei Chamäleons lassen sich auf falsche Haltungen zurückführen. Eine artgerechte Haltung, die die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt ist daher das A und O für gesunde Tiere. Typische Problem, die auftreten sind:
- Rachitis durch UV-B-Mangel. UVB-Strahlung sorgt in der Haut der Tiere für die körpereigene Produktion von Vitamin D3. Neben vielen weiteren Funktionen sorgt Vitamin D3 für eine deutliche Erhöhung der Durchlässigkeit des Darms für Calcium. Nimmt der Körper zu wenig Calcium auf werden die Knochen weich und verlieren ihre Stabilität. Man spricht dann von Rachitis oder Osteomalazie. Es ist daher wichtig, das die UVB-Lampen regelmäßig getestet und ggf. ausgetauscht werden. Viele Zoofachhändler oder reptilienkundige Tierärzte bieten an UV-Lampen zu testen oder verleihen Messgeräte. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass es genauso wichtig ist auf eine ausreichende Calcium-Versorgung über das Futter zu achten.
- Dehydrierung. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass Chamäleons nur tropfendes Wasser aufnehmen. Das ist unbedingt zu berücksichtigen und eine kontinuierlich tropfende Wasserquelle zur Verfügung zu stellen.
- Stress durch falsche Vergesellschaftung. Die innerartliche Aggressivität ist bei den meisten Chamäleon sehr stark ausgeprägt. Dabei müssen sich die Tiere gar nicht aktiv bekämpfen um sich gegenseitig zu unterdrücken. Man sollte darauf achten, dass sich Tiere nicht sehen können, auch wenn sie in verschiedenen Terrarien sitzen.
- Atemwegserkrankungen bei zu hoher Feuchtigkeit ohne ausreichende Belüftung. Erfahrungen bei der Haltung von Chamäleons haben gezeigt, dass eine gute Belüftung des Behälters essenziell ist. Das sorgt zwar dafür, dass die Beheizung des Terrariums mitunter schwieriger und energieaufwendiger ist, man sollte aber nicht auf der Seite einer guten Belüftung sparen.
Regelmäßige Beobachtung des Tieres ist wichtig, um frühzeitig Veränderungen im Verhalten oder Aussehen zu erkennen. Sollten Sie Auffälligkeiten wahrnehmen wenden Sie sich an einen reptilienkundigen Tierarzt. Eine Liste von Fachtierärzten finden Sie hier: https://ag-ark-1.jimdosite.com/tierarztliste/
Weiterführende Literatur
MÜLLER, R., LUTZMANN, N. & WALDBRÖL, U. (2022): Furcifer pardalis. Das Pantherchamäleon.- Natur und Tier Verlag, Münster, 128 S.
HELLENDRUNG, D. (2021): Das Pantherchamäleon: Furcifer pardalis. Art für Art Reihe, Natur und Tier Verlag, Münster, 64 S.
AU, M. (2014): Pantherchamäleons: Pflege, Zucht, Lebensweise, Lokalformen.- Herpeton Verlag, Frankfurt a. Main, 143 S.
GEHRING, P.-S. & ALTHAUS, T. (2017): Pantherchamäleons: Lokalformen, Lebensweise, Verbreitung.- Natur und Tier Verlag, Münster, 152 S.
KOBER, I. & OCHSENBEIN, A. (2009): Jemenchamäleon und Pantherchamäleon: Pflege, Zucht und Lebensweise.- Kirschner und Seufer Verlag, Rheinstetten, 150 S.
SCHNEIDER, C. (2011): Das Pantherchamäleon: Furcifer pardalis.- Kleintierverlag, Biebertal, 131 S.





















