- Wo kommen Königsspringspinnen vor?
- Wie sieht ihr Lebensraum aus?
- Wie erkenne ich eine Königsspringspinne?
- Wie sehen Springspinnen?
- Wie jagt eine Springspinne?
- Was frisst eine Königsspringspinne?
- Ist Phidippus regius giftig?
- Wie sozial sind Königsspringspinnen?
- Wie pflanzt sich Phidippus regius fort?
- Wie kann ich die Königsspringspinne im Terrarium halten?
- Fazit
- Weiterführende Literatur
Mit ihren großen Augen, ihrem kompakten Körperbau und ihrer auf optische Reize orientierten Wahrnehmung sind Springspinnen die „menschlichsten“ Spinnen. Selbst Spinnenphobiker können diesen putzigen Gesellen oft noch Sympathien abgewinnen.
Leider sind die meisten Springspinnen klein und eher kryptisch gefärbt, es gibt aber auch einige ausgesprochen farbenfrohe Spezies – darunter z. B. die Königsspringspinne Phidippus regius. Königlich ist aber nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Größe: Mit etwa 2 cm gehören die Weibchen zu den größten Springspinnen, die wir kennen. Da die Königsspringspinne auch noch sehr gut haltbar ist, wundert es nicht, dass sie zur häufigsten gehaltenen Springspinnenart wurde. Wir meinen: völlig zu Recht!
Wo kommen Königsspringspinnen vor?
Sie stammt ursprünglich aus dem Südosten der Vereinigten Staaten, insbesondere aus Florida, ist aber auch in angrenzenden Bundesstaaten sowie auf einigen karibischen Inseln wie Kuba, den Bahamas, Bermuda und den Großen Antillen verbreitet. Auf den Osterinseln mitten im Pazifik wurde die Art eingeschleppt.
Wie sieht ihr Lebensraum aus?
In ihrem natürlichen Lebensraum besiedelt sie warme, sonnige Gebiete mit offener Vegetation. Dichten Wald meidet die Art. Man findet sie dort auf Bäumen, Sträuchern, Hauswänden oder Zäunen, wo sie aktiv auf Beutefang geht.
Wie erkenne ich eine Königsspringspinne?
Phidippus regius zählt zu den größeren Springspinnenarten. Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu über zwei Zentimetern und wirken insgesamt kräftiger und massiger, während Männchen kleiner bleiben und meist schlanker gebaut sind. Der deutliche Größenunterschied ist aber nicht der einzige Geschlechtsdimorphismus bei dieser Art. Die Männchen haben auffällige grüne oder türkise Cheliceren (Mundwerkzeuge), die Weibchen tragen meist pinke Beißwerkzeuge. Anhand dieses Merkmals lassen sich die Geschlechter schon sehr früh in der Entwicklung unterscheiden.
Besonders auffällig ist die enorme Farbvielfalt, die diese Art zeigen kann. Männliche Tiere sind in der Regel tiefschwarz gefärbt und tragen kontrastreiche weiße Flecken auf dem Hinterleib. Weibchen hingegen können grau, braun, beige, orange, rötlich oder sogar leicht bläulich erscheinen. Es gibt innerhalb ihres Verbreitungsgebietes viele Farbmorphen, die dann auch unter verschiedenen Namen verkauft werden, wie z. B. „Rastafari“, „Bahamas“, „Everglades“ oder „Nordflorida“. Die Farbvariationen sind aber auch individuell sehr unterschiedlich und können sich im Laufe der Entwicklung mit jeder Häutung verändern. Gerade Jungtiere sehen häufig völlig anders aus als adulte Tiere, was Phidippus regius auch aus züchterischer Sicht besonders interessant macht.

Wie sehen Springspinnen?
Ein zentrales Merkmal der Königsspringspinne sind ihre Augen. Wie alle Springspinnen besitzt sie acht Augen, wobei die großen vorderen Mittelaugen besonders ins Auge fallen. Diese ermöglichen ein außergewöhnlich gutes Sehvermögen, das in der Welt der Wirbellosen nahezu einzigartig ist. Phidippus regius kann Bewegungen, Kontraste und sogar Farben wahrnehmen und ist in der Lage, Entfernungen sehr präzise einzuschätzen. Dieses visuelle Leistungsvermögen erlaubt es der Spinne, ihre Beute gezielt zu fixieren, den Sprung exakt zu planen und mit hoher Erfolgsquote zuzuschlagen. Forschungen haben gezeigt, dass Springspinnen komplexe visuelle Informationen verarbeiten können, was ihnen ein Verhalten ermöglicht, das von vielen Menschen als „neugierig“ oder „aufmerksam“ wahrgenommen wird. Das ist der Grund, warum uns Springspinnen genauso wie Gottesanbeterinnen so menschlich vorkommen. Wir Menschen sind ebenfalls stark visuell orientiert.
Wie jagt eine Springspinne?
Anders als viele andere Spinnenarten baut Phidippus regius keine Fangnetze zur Jagd, sondern verlässt sich vollständig auf ihr ausgeprägtes Sehvermögen und ihre Sprungkraft. Die Lebensweise von Phidippus regius ist strikt tagaktiv. Während der Tagesstunden ist sie häufig in Bewegung, erkundet ihre Umgebung und beobachtet aufmerksam alles, was sich in ihrem Sichtfeld bewegt. Sie jagt aktiv, indem sie sich langsam an ihre Beute heranpirscht oder aus einer günstigen Position heraus einen gezielten Sprung ausführt. Dabei sichert sie sich stets mit einem Spinnfaden ab, der im Falle eines Fehlsprungs als Lebensversicherung dient. So kann sie sich jederzeit zum Ausgangspunkt zurückhangeln.
Was frisst eine Königsspringspinne?
Springspinnen sind nicht wählerisch und erbeuten selbst Insekten, die etwas größer sind als sie selbst. Im Terrarium besteht die Nahrung hauptsächlich aus Insekten wie Fliegen, Heimchen, Motten oder kleinen Schaben. Die Fütterung erfolgt je nach Größe und Alter der Spinne ein- bis zweimal pro Woche mit geeigneten Futterinsekten. Wichtig ist, nicht gefressene Futtertiere wieder zu entfernen, um Stress oder Verletzungen der Spinne zu vermeiden. Insbesondere während der Häutung, wenn die Haut noch weich ist, dürfen keinesfalls Futtertiere im Terrarium verbleiben.
Ist Phidippus regius giftig?
Ja. Wie alle Webspinnen haben auch Phidippus regius Giftdrüsen. Das Gift der Königsspringspinne dient allerdings ausschließlich dazu, die Beute schnell zu lähmen, und ist für den Menschen vollkommen ungefährlich. Bisse kommen äußerst selten vor und haben selbst für den Fall, dass die Haut durchdrungen wird, keine medizinische Bedeutung.
Wie sozial sind Königsspringspinnen?
Im Sozialverhalten zeigt sich Phidippus regius für Spinnen typisch als Einzelgänger. Begegnungen mit Artgenossen werden außerhalb der Paarungszeit meist vermieden oder aggressiv beantwortet. Eine dauerhafte Gruppenhaltung ist daher nicht möglich. Lediglich zur Fortpflanzung tolerieren sich Männchen und Weibchen für kurze Zeit. Die Paarung selbst ist ein sensibles Ereignis, bei dem das Männchen durch vorsichtige Bewegungen und optische Signale versucht, die Angriffsbereitschaft des Weibchens zu reduzieren. Nicht immer gelingt das.
Bei der Haltung im Terrarium ist also immer Einzelhaltung angesagt.

Wie pflanzt sich Phidippus regius fort?
Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen einen Eikokon an, den es intensiv bewacht. Während dieser Phase zieht es sich häufig in ein Gespinst zurück und stellt die Nahrungsaufnahme teilweise oder vollständig ein. Die Entwicklung der Jungtiere ist ein weiterer faszinierender Aspekt dieser Art. Nach dem Schlüpfen verbleiben die Jungspinnen zunächst im Kokon, wo sie ihre erste Häutung durchlaufen. Bereits kurz danach zeigen sie ein erstaunlich komplexes Verhalten. Selbst sehr junge Tiere reagieren auf Licht, Bewegung und potenzielle Beute und beginnen früh mit ersten Jagdversuchen. Dies deutet darauf hin, dass viele Verhaltensweisen nicht erlernt, sondern genetisch verankert sind. Mit jeder weiteren Häutung wachsen die Tiere nicht nur körperlich, sondern entwickeln auch ihre arttypische Färbung und ihr charakteristisches Erscheinungsbild weiter.
Wie kann ich die Königsspringspinne im Terrarium halten?
Aufgrund ihrer Robustheit und Anpassungsfähigkeit eignet sich Phidippus regius sehr gut für die Haltung im Terrarium. Sie gilt als eine der einsteigerfreundlichsten Springspinnenarten, sofern grundlegende Haltungsbedingungen eingehalten werden. Das Terrarium sollte eher in die Höhe als in die Breite gebaut sein, da die Tiere gerne klettern und sich bevorzugt im oberen Bereich aufhalten. Hier hat sich eine Größe von 20 × 20 × 30 cm bewährt. Eine gute Belüftung ist besonders wichtig, um Staunässe und Schimmelbildung zu vermeiden. Als Einrichtung eignen sich Äste, Korkrinde, strukturierte Rückwände sowie künstliche oder echte Pflanzen, die der Spinne Rückzugsmöglichkeiten und Aussichtspunkte bieten.
Die Temperatur im Terrarium sollte tagsüber im Bereich zwischen etwa 24 und 28 Grad Celsius liegen, was dem natürlichen Klima ihres Herkunftsgebietes entspricht. Eine moderate Luftfeuchtigkeit von etwa 50 bis 70 Prozent ist ausreichend und kann durch gelegentliches Sprühen erreicht werden. Die Fütterung erfolgt je nach Größe und Alter der Spinne ein- bis zweimal pro Woche mit geeigneten Futterinsekten. Wichtig ist, nicht gefressene Futtertiere wieder zu entfernen, um Stress oder Verletzungen der Spinne zu vermeiden. Insbesondere während der Häutungsphase ist dies sehr wichtig einzuhalten. Die noch nicht vollständig ausgehärteten Spinnen sind besonders gefährdet, von überzähligen Futterinsekten angefressen zu werden.
Obwohl Phidippus regius oft ein zutrauliches und neugieriges Verhalten zeigt, sollte sie nicht regelmäßig auf die Hand genommen werden. Die Tiere sind recht schnell, und eine kurze Unaufmerksamkeit kann reichen, dass das Tier entkommt oder sich verletzt, weil man eine unbedachte Bewegung macht. Eine Beobachtung im Terrarium ist daher die sicherste und artgerechteste Form des Umgangs. Bei guter Pflege können Weibchen eine Lebenserwartung von bis zu zwei oder sogar drei Jahren erreichen, während Männchen meist deutlich kürzer leben und nach der letzten Häutung oft nur noch wenige Monate alt werden..
Fazit
Insgesamt stellt Phidippus regius eine außergewöhnliche Spinnenart dar, die viele gängige Vorurteile gegenüber Spinnen widerlegt. Ihre ausgeprägten Sinnesleistungen, ihr aktives Jagdverhalten und ihre enorme Farbvielfalt machen sie zu einem faszinierenden Vertreter der Gliederfüßer. Sowohl als Beobachtungstier im Terrarium als auch als Forschungsobjekt bietet sie tiefe Einblicke in die komplexe Welt der Springspinnen und zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und hochentwickelt auch kleine wirbellose Tiere sein können.
Weiterführende Literatur
HELLER, T. L. & Matzeck, T. (2025): Springspinnen: Phidippus hyllus, Plexippus. Art-für-Art-Reihe, Natur und Tier Verlag, Münster, 64 S.
TIERWALD, M. (2025): Springende Spinne: Absolute Anfänger und Experten rund um die Pflege von Springspinnen, Fütterung, Haltung, Zucht, Verhalten, Handhabung, Spezies, Gehegeeinrichtung und vieles mehr. Independently published, 292 S.
COLT, R. (2025): Springspinnen-Handbuch: Der vollständige Pflegeleitfaden für Springspinnen – Haltung, Umgang, Verhalten, Temperament und Zuchttipps für Anfänger. Independently published, 252 S.

