Tier des Monats Mai – Der Leopardgecko (Eublepharis macularius)

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Der Leopardgecko (Eublepharis macularius) gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Terrarientieren weltweit. Seine vergleichsweise geringen Ansprüche an die Haltung, das ruhige Wesen und das auffällige Erscheinungsbild machen ihn sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Terrarianer zu einem interessanten Pflegling. Im Folgenden möchten wir Ihnen den Leopardgecko etwas ausführlicher hinsichtlich seines Aussehens, seiner Biologie sowie seiner Haltung im Terrarium etwas näher vorstellen.

Aussehen

Der Leopardgecko verdankt seinen Namen seiner charakteristischen Musterung, die an das Fell eines Leoparden erinnert.

Jungtiere weisen ein kontrastreiches Muster aus dunklen Querbändern auf hellem Grund auf. Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses Erscheinungsbild: Die Bänder lösen sich auf und werden zu unregelmäßigen Flecken, die über den gesamten Körper verteilt sind.

Die Grundfarbe reicht in der Natur von gelblich über beige bis hin zu leicht bräunlichen Tönen. In der Terraristik existieren jedoch unzählige Zuchtformen („Morphen“). Diese können stark von der Wildform abweichen. So gibt es beispielsweise intensive Gelb- oder Orangetöne, reduzierte Flecken oder sogar vollständig andere Farbvarianten. Selbst ganz weiße Tiere sind heute keine Seltenheit. So wird jeder den Leo nach seinem Geschmacks finden.

Um die Auswahl zu erleichtern, bietet Reptilienkosmos auf Wunsch Leopardgeckos an, nach dem Motto „You get what you see“. Sie können sich Fotos verschiedener Leopardgeckos anschauen und bekommen genau das abgebildete Tier zugesendet.  

So können die verschiedenen Morphen des Leopardgeckos unter anderem aussehen.

Ein auffälliges Merkmal des Leopardgeckos sind seine beweglichen Augenlider, weshalb sie zur Familie der Lidgeckos (Eublepharidae) gezählt werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Geckos besitzt er keine unbewegliche durchsichtige Schutzschicht (Brille) über den Augen, sondern kann seine Augen schließen und reinigen. Die Augen sind groß und haben eine senkrechte Pupille, was typisch für nachtaktive Tiere ist.

Der Körperbau von Eublepharis macularius erscheint eher kräftig und gedrungen. Erwachsene Tiere erreichen eine Länge von etwa 20 bis 28 Zentimetern, wobei nicht ganz die Hälfte auf den Schwanz entfällt. Dieser dient als Fettspeicher und ist ein wichtiger Indikator für den Ernährungszustand des Tieres. Ein gut genährter Leopardgecko hat einen deutlich verdickten und an eine Rübe erinnernden Schwanz.

Die Haut ist weich und leicht körnig strukturiert. In regelmäßigen Abständen häuten sich die Tiere, wobei die alte Haut meist vollständig abgestreift und oft sogar gefressen wird. Dies dient vermutlich der Nährstoffrückgewinnung und reduziert gleichzeitig Spuren, die Fressfeinde anlocken könnten.

Ein wunderbares Beispiel für den „rübenartigen“ Schwanz.

Verbreitung und Lebensraum

Der natürliche Lebensraum des Leopardgeckos erstreckt sich über trockene und halbtrockene Regionen in Südasien, insbesondere in Teilen von Afghanistan, Pakistan, Indien, Iran und sogar ein kleines Gebiet im Südwesten Nepals. Dort bewohnt er steinige Wüsten, Halbwüsten und Graslandschaften mit lockeren Böden und zahlreichen Versteckmöglichkeiten.

Die Temperaturen in diesen Regionen können stark schwanken. Tagsüber ist es oft sehr heiß, während die Nächte deutlich kühler sind. Diese Temperaturunterschiede haben das Verhalten und die Physiologie des Leopardgeckos stark geprägt.

Der in gelb markierte Bereich kennzeichnet das Herkunftsgebiet der Tiere.

Aktivitätsrhythmus

Leopardgeckos sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich in Höhlen, unter Steinen oder in selbst gegrabenen Unterschlüpfen, um der Hitze und Fressfeinden zu entgehen. Erst in den Abendstunden werden sie aktiv und gehen auf Nahrungssuche.

Dieses Verhalten sollte auch bei der Haltung im Terrarium berücksichtigt werden, da die Tiere hauptsächlich in den Abendstunden aktiv sind und dann beobachtet werden können. Vollautomatisierte Schaltuhren ermöglichen hier in der Haltung eine optimale Nachbildung dieses Verhaltens.

Der Reptilienkosmos empfiehlt: Lucky Reptile Thermo Control PRO II

Ernährung und Fütterung

In freier Wildbahn ernährt sich der Leopardgecko überwiegend von Insekten und anderen kleinen Wirbellosen. Dazu zählen unter anderem: Grillen, Heuschrecken, Käfer, und Spinnen. Gelegentlich werden aber auch kleinere Wirbeltiere erbeutet. Letztlich ist Eublepharis wenig wählerisch.

Die Jagd erfolgt hauptsächlich über visuelle Reize und Bewegungserkennung. In der Nacht, wenn der Leopardgecko sein Versteck verlässt, streift der gemächlich umher und sucht die Umgebung nach Futter ab. Läuft ihm ein Beutetier über den Weg, schleichen sich die Geckos langsam an das Beutetier heran und bewegt aufgeregt seinen Schwanz hin und her, ähnlich einer Katze. Hat er sich nah genug an das Beutetier herangeschoben, wird das Futtertier mit dem Maul blitzschnell gepackt und im Ganzen verspeist.

Im Terrarium werden Leopardgeckos im Wesentlichen mit lebenden Insekten gefüttert. Geeignete Futtertiere sind: Heimchen, Grillen, Schaben und Mehlwürmer, wobei Letztere nur gelegentlich, gefüttert werden sollen, da sie sehr fettreich sind.  

Eingewöhnte Geckos lassen sich aber auch mit Fertigfutter füttern. Das sind z.B. Insekten, die in Dosen angeboten werden oder spezielle Gelee-Futtersorten. Ggf. muss das Futter anfänglich mit einer Pinzette anbieten und etwas hin und her bewegen um die Tiere daran zu gewöhnen.

Egal wie abwechslungsreich man im Terrarium füttert, man wird nie an die Vielfalt an Futtertieren in der Natur heranreichen. Damit die Pfleglinge trotzdem alle Vitamine und Mineralstoffe bekommen, die sie benötigen, sollten alle Futtertiere regelmäßig mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten bestäubt werden. So werden Mangelerscheinungen vermieden.

Insbesondere bei Weibchen, die Eier legen, muss auf eine ausreichende Versorgung mit Calcium geachtet werden. Dazu können z.B. Sepiapulver gereicht werden oder ein Calcium-Präparat. Fehlt eine UVB-Beleuchtung, dann sollte man darauf achten, dass das Calcium-Präparat auch etwas Vitamin D3 enthält. Vitamin D3 erhöht, neben vielen anderen positiven Eigenschaften, die Aufnahme von Calcium im Darm deutlich.

Jungtiere werden täglich gefüttert, während adulte Tiere in der Regel zwei- bis dreimal pro Woche Nahrung erhalten. Eine kleine Wasserschale mit frischem Trinkwasser sollte immer zur Verfügung stehen.   

Als kompetenter Fachhändler stehen wir Ihnen gerne zur Seite und beraten Sie in puncto Ernährung ihrer Leopardgeckos.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung erfolgt durch Eiablage. Weibchen legen in der Regel ein bis zwei Eier pro Gelege, und dies mehrmals pro Jahr. Dazu gräbt das Weibchen eine Grube und legt die Eier in leicht feuchtes Substrate ab und deckt das Gelege anschließend mit dem Aushub wieder zu.

Teils eingegrabene Eier eines Leopardgeckos.

Wie mittlerweile für viele Reptilienarten nachgewiesen wird auch bei Leopardgeckos das Geschlecht durch die Bruttemperatur beeinflusst. Das bedeutet, dass die Bruttemperatur darüber entscheidet, ob sich aus den Eiern männliche oder weibliche Tiere entwickeln. Gleichzeitig bestimmt die Bruttemperatur natürlich auch darüber wie schnell sich die Eier entwickeln. Bei Temperaturen von 26-28°C dauert die Inkubation etwa 70-90 Tage und es schlüpfen vornehmlich Weibchen während bei Temperaturen zwischen 31-32 °C überwiegend männliche Exemplare schlüpfen. Die Entwicklung dauert in dem Fall nur 35-40 Tage.

Achtung: Bruttemperaturen über 33 °C führen häufig zu Missbildungen oder gar zum Absterben der Embryonen im Ei.  

Wer sich selbst an das Nachzüchten wagen möchte, findet in unserem Shop passende Artikel von namenhaften Herstellern.

Der Herp Nursery 3 gilt als Allrounder für die Nachzucht.
Die Incubation Box von Exo Terra dient als kleines und kostengünstiges Werkzeug zur Zucht.
Vermiculite ist als optimale Grundlage zur Brut bekannt.

Tipp: Auch wenn sich die verschiedenen Geschlechter grundlegend sehr ähnlich sehen, können Männchen und Weibchen kinderleicht durch einen Blick auf die Bauchseite der Tiere unterschieden werden. Die Postanalsäkchen und Präanalporen sind beim Männchen deutlich abgezeichnet.

Männchen
Weibchen

Autotomie

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal bei Leopardgeckos ist die Fähigkeit zur Autotomie, also das Abwerfen von Körperteilen. In diesem Fall geht es um den Schwanz, der bei Gefahr gezielt abgeworfen wird. Der abgetrennte Schwanz bewegt sich noch eine Zeit lang weiter und lenkt so Fressfeinde ab. Häufig gelingt dem Gecko so die Flucht.

Der Schwanz wächst zwar nach, erreicht jedoch meist nicht mehr die ursprüngliche Form und Größe.

Haltung im Terrarium

Terrariengröße und Einrichtung

Für die Haltung eines Leopardgeckos ist ein ausreichend großes Terrarium erforderlich. Für ein einzelnes Tier wird häufig eine Grundfläche von mindestens 60 x 40 cm empfohlen, wobei größere Terrarien stets vorzuziehen sind. Für Gruppen muss mit entsprechend mehr Platz gerechnet werden.

Lucky Reptile hat mit dem „Starter Kit“ eine passende Lösung für den Einstieg in die Welt der Reptilien geschaffen. Das Set für Neulinge beinhaltet alle wichtigen Bestandteilte zur erfolgreichen Haltung von Jungtieren und ermöglicht einen kinderleichten Umgang mit den Tieren.

Die Einrichtung sollte den natürlichen Lebensraum widerspiegeln und folgende Elemente enthalten:

Als Bodengrund eignen sich spezielle Substrate für Wüstenterrarien oder ein Gemisch aus Sand und Lehm. Diese sind grabfähig und erlauben es den Tieren eigene Bauten anzulegen. Wir empfehlen z.B. das Lucky Reptile Desert Bedding. Reiner feiner Sand ist ungeeignet als Bodengrund. Wird der Sand beim Fressen versehentlich mit aufgenommen kann es zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen führen.

Eine Wetbox ist mehr oder minder eine Höhle, die im Inneren mit angefeuchtetem Sphagnummoos bestückt wird. Bei Bedarf können sich die Tiere in die feuchte Höhle zurückziehen, was ihnen insbesondere während der Häutungsfase hilft die alte Haut abzustreifen. Neben der Wetbox sollten aber noch andere Verstecke vorhanden sein, damit sich die Tiere ihr Versteck nach ihren momentanen Bedürfnissen aussuchen können.  

Wie oben angedeutet muss die Dekoration stets gut gesichert sein und darf, auch wenn die Geckos graben, nicht plötzlich zusammenstürzen.

Temperatur und Beleuchtung

Wie alle Reptilien benötigen auch Leopardgeckos ein Temperaturgefälle im Terrarium. Dies ermöglicht es ihnen, ihre Körpertemperatur durch Aufsuchen verschiedener Bereiche zu regulieren.

  • Unter dem Wärmestrahler: ca. 30–35 °C
  • übriges Terrarium: 24–28 °C
  • nachts: Absenkung auf etwa 20–22 °C

Eine spezielle UV-Beleuchtung ist nicht zwingend erforderlich, wird aber häufig empfohlen, da sie das Wohlbefinden und die Vitamin-D3-Synthese unterstützen kann. Eine leichte UV-Beleuchtung schadet jedenfalls nicht.

Die Beleuchtungsdauer sollte sich am natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus orientieren und etwa 10–14 Stunden betragen.

Auch in diesem Fall kann die Bright Sun aus dem Hause Lucky Reptile eine Art Universallösung sein. In passender Wattage erfüllt die Metalldampflampe alle Anforderungen optimal.

Das Bright Sun Set DL, welches auch zur Einrichtung des Starter Kits verwendet wird, kann ein nützliches All-inclusive Paket für die Ersteinrichtung sein!

Winterruhe

Im Winter sollte eine kurze Winterruhe eingehalten werden.  Dies dient nicht zuletzt der Synchronisation des Paarungsgeschehens. Dazu reicht es von Ende November bis Ende Januar die Temperatur auf 10-15 °C zu senken und die Beleuchtungsdauer auf 6 Stunden am Tag zu reduzieren. Während dieser Zeit wird nicht gefüttert.

Kranke und geschwächte Geckos sowie Jungtiere im ersten Lebensjahr sollten von der Winterruhe ausgenommen werden. 

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium sollte überwiegend trocken sein (ca. 30–40 %). Dazu bedarf es keiner besonderen Maßnahmen. Jedoch ist eine lokal erhöhte Feuchtigkeit im feuchten Versteck wichtig. Diese hilft insbesondere während der Häutung. Durch die Feuchtigkeit löst sich die alte Haut wesentlich einfacher. 

Um die passende Luftfeuchtigkeit zu erreichen und zu halten, können bereits einfachste Hilfsmittel Abhilfe schaffen. Wir empfehlen neben dem klassisch großen Wassernapf einen Sprüher in entsprechender Größe. Wer auch die Luftfeuchtigkeit nicht dem Zufall überlassen will, ist mit einem Nebler oder Fogger bestens beraten.

Sozialverhalten

Leopardgeckos sind in der Natur Einzelgänger, die sich lediglich zur Paarung zusammenfinden. Die Einzelhaltung ist daher problemlos möglich und oft stressfreier. Es ist aber auch die Haltung mehrerer Tiere denkbar, jedoch sollten bestimmte Regeln beachtet werden:

  • Keine Haltung von mehreren Männchen zusammen (stark territorial)
  • Gruppenhaltung mit einem Männchen und mehreren Weibchen bzw. nur Weibchen ist meist möglich
  • ausreichend Platz und Verstecke, um Stress zu vermeiden

Bei der Haltung mehrerer Weibchen sollte man trotzdem ein Auge darauf haben, dass keines der Tiere unterdrückt wird. Es kann etwas dauern bis man eine harmonisierte Gruppe zusammen hat. Ggf. muss man die Möglichkeit haben Tiere abzutrennen und einzeln zu setzten. 

Leopardgeckos kommunizieren relativ deutlich nach außen hin, sodass ein grundlegendes Beobachten der Tiere oftmals ausreicht, um die Lage zu deuten.

Während ein simples Wedeln mit dem Schwanz Aufregung, z.B. bei der Jagd der Beute zeigt, kann eine Lautäußerung in Form eines „Quaken“ als Signal zur Abwehr, beispielsweise bei Stress oder Angst, interpretiert werden.

Wenn der Leopardgecko „züngelt“, deutet das meist auf eine Reinigung des Mund- und Augenbereichs hin. Mit der langen Zunge kann der Leopardgecko bis über die Augen wischen und sich somit – meist nach dem Fressen – selbst säubern.

Da es sich bei dem Leopardgecko um einen Lidgecko handelt, kann er seine Augen vollständig schließen – das geschieht beispielsweise während dem Ruhen oder aber auch beim schnappen und fressen der Beute, dadurch bleiben die sonst exponierten Augen gut geschützt.

Gesundheit und Pflege

Ein gesunder Leopardgecko ist aktiv, hat klare Augen und einen gut genährten rübenartigen Schwanz. Trotz der im Allgemeinen robusten Natur des Leopardgeckos kann ein Tier auch mal erkranken. Zu den häufigsten Problemen in der Haltung gehören:

  • Häutungsprobleme (oft durch zu geringe Luftfeuchtigkeit)
  • Mangelerscheinungen (z. B. Kalziummangel)
  • Parasitenbefall
  • Verletzungen durch ungeeignete Einrichtung

Gemäß dem Motto „Vorbeugen ist besser als Heilen“ gilt, die regelmäßige Beobachtung und eine artgerechte Haltung sind entscheidend, um Krankheiten zu vermeiden. Einmal im Jahr, sinnvoller Weise bevor die Tiere in Winterruhe gehen, sollte man seine Tiere auf Endoparasiten untersuchen lassen. Sie können dies bei ihrem reptilienkundigen Tierarzt ihres Vertrauens durchführen lassen oder aber eine Kotprobe ihrer Tiere an ein zertifiziertes Labor schicken. Nach wenigen Tagen bekommen Sie ein schriftliches Untersuchungsergebnis per E-Mail. So haben Sie die Gesundheit Ihrer Tiere immer im Blick.

Lucky Reptile hat im Zuge des Starter Kits einen passenden Jahresplan entwickelt, welcher den genauen Jahresablauf begleitet. So sind Sie immer bestens über Fütterung, Winterruhe und Lampenwechsel informiert. Diesen Plan finden Sie unten kostenlos anbei – gerne auch zum Download!

Weiterführende Literatur

DUSCHA, D. & DREWES, O. (2015): Der Leopardgecko und seine Farbvarianten.- Vivaria Verlag, Meckenheim, 160 S.  

HARTWIG, M. (2023): Der Leopardgecko Eublepharis macularius.- Art für Art Reihe, Natur und Tier Verlag, Münster, 64 S.